Das KALTENBERGER RITTERTURNIER

Eine Erfolgsgeschichte

  • 1980 fand das erste Kaltenberger Ritterturnier in bescheidenem Rahmen vor rund 300 Zuschauern statt.
  • Seitdem wuchs das Ereignis dank seiner Attraktivität zum überregionalen Zuschauermagneten.
  • 2004 wurde die Zahl von 2.000.000 Besuchern überschritten.
  • Durchschnittlich erleben rund 11.800 Besucher pro Veranstaltungstag das mittelalterliche Spektakel.

Vor 30 Jahren erfüllte sich Luitpold Prinz von Bayern, Urenkel des letzten bayerischen Königs, einen königlichen Traum: Ritterspiele wollte er veranstalten mit allem, was dazu gehört. Mit Lanzen, Schwertern, mit edlen Rössern und schimmernden Rüstungen, mit Fahnen und Fanfaren.

1973 fing alles an. Prinz Luitpold war Gast in einem Schloss im englischen Canterbury. Dort wurde er Zeuge eines mittelalterlichen Turniers.

Die Vorführung begeisterte ihn so sehr, dass er die englische Rittersportgruppe British Jousting Association vom Turnierplatz weg zur 800-Jahrfeier der Wittelsbacher und zur Eröffnung der Ritterschwemme in Kaltenberg engagierte.

Das 1292 zum ersten Mal urkundlich erwähnte Schloss auf dem bewaldeten keltischen Berg schien für diese Idee wie geschaffen. Einen würdigen Platz wollte der Prinz seinem Kaltenberg verschaffen, wollte erreichen, dass hier die Geschichte wieder auflebt.

Neben den 14 Haudegen aus England traten auch einheimische Rittersmänner an zum Hauen und Stechen, wenn auch zunächst auf der grünen Wiese. Die Peißenberger Bergknappen folgten dem Ruf ihres Herrn; ein Flohmarkt, ein Wettkampf der Armbrustschützen und ein Blaskapellen-Wettstreit unterhielten die ersten Schaulustigen - immerhin rund 5000 im ersten Jahr. Da wurde sogar die Verpflegung knapp. Er denke an eine Wiederholung etwa alle zwei Jahre, sagte Prinz Luitpold damals.

Die Ritterturniere entwickelten sich rasant. Sie würden gut in unsere Zeit passen, sagte der Prinz, es sei ein starkes Bedürfnis da, sich mit der Vergangenheit zu befassen, aus der Plastikwelt auszubrechen. 1985 wurde die Sand-Arena mit der Königsloge gebaut, die unterhalb des Biergartens liegt.

Heute umgibt den Turnierplatz ein Markt mit Artisten, Gauklern, Handwerkern, Spielleuten, Quacksalbern, Narren, Raubrittern und vielen anderen Künstlern. Aus dem Traum des Prinzen ist das größte Ritterturnier der Welt geworden.

Schloss Kaltenberg im Lauf der Jahrhunderte

Schloss Kaltenberg, Schauplatz spannender Ritterturniere, blickt zurück auf eine bewegte Geschichte. Der 1531 in Ingolstadt geborene Geograph und Mathematiker Philipp Apian erwähnt in seiner 1566 erschienenen Topographia Bavariae Schloss Kaltenberg bereits als alte Festung. Im Jahr 1292 erbaut, lebte gegen Ende des 13. Jahrhunderts das ritterliche Geschlecht derer zu Haldenberg auf der Burg. 1320 wurde das Anwesen durch eine Familienfehde zerstört, im Mittelalter war es durchaus üblich, Zwistigkeiten innerhalb der Adelsgeschlechter mit Feuer und Schwert auszutragen.

Ein Augsburger Aristokrat baute Kaltenberg im Jahre 1420 wieder auf. Von da an wechselte das Schloss häufig den Besitzer, bevor Mitte des 15. Jahrhunderts erstmals die Existenz einer Schloss-Taverne erwähnt wurde. 1611 wurde das Schloss von den Jesuiten übernommen, doch dann kam der Dreißigjährige Krieg: 1633 verwüsteten die Schweden das Schloss.

1781 ging es in den Besitz des Ordens von Malta über, 1808 kam die Säkularisation, damit wurde Kaltenberg wieder weltlich. Um 1900 zog ein berühmter Mieter, der Maler Lorenzo Quaglio, in das Anwesen. Die Quaglios, eine Künstlerfamilie vom Comer See, lebten seit Ende des 18. Jahrhunderts in München.

Erst 1955 gelangte das Schloss in den Besitz des Hauses Wittelsbach. Heute ist es Eigentum seiner Königlichen Hoheit, Luitpold Prinz von Bayern, Urenkel des letzten bayerischen Königs, Ludwig III.

Text freundlicherweise zur Verfügung gestellt vom Kaltenberger Ritterturnier

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