SHEEPHEAD
Stay Brutal!’ und ab geht die Post. Immer nach vorne, keine Kompromisse. Denn wenn Sheephead das Mikrofon malträtieren, die Gitarrensaiten zittern lassen und die Doublebass durch den Saal hämmert, dann gibt es keine Pause, kein Erbarmen. Wozu auch? Das Leben ist zu kurz um sich ein Päuschen gönnen zu können. Diese Energie also, die Bereitschaft sich den Arsch für die Musik aufzureißen, zeichnet diese Band aus. Denn wie sonst kann eine solche Professionalität bei einem Durchschnittsalter von gerade einmal 19 Jahren erreicht werden?

Seit Ende 2004 ist der Fünfling aus Bayern schon unterwegs und hat sich während dieser Zeit vom Probenraum-Abenteuer hin zum aufstrebenden Newcomer gemausert. Die Reifung dieser Band kann man am besten an den Veröffentlichungen ablesen: Nach anfänglicher Stilorientierung wurde endlich die eigene „Trademark“ gefunden. Der Sound der Bayern ist gnadenlos nach vorne gerichtet. Antrieb ist dabei die hämmernde Double-Bass von Drummer Roman Lutz, wobei die Gitarren von Josef Hiltmann, Patrick Link und Felix Haala für die Abwechslung sorgen und jedem Teil eines Songs seine individuelle Farbe geben: Einmal walzt die Gitarrenwand den Zuhörer förmlich nieder, an anderer Stelle öffnet sich der Sound in die Breite, gibt den Weg frei für epochale Melodien. Darüber thront das Organ von Sänger Benjamin Lipp, der mit seiner unverwechselbaren Stimme das entscheidende i-Tüpfelchen setzt.

Auf der Ende 2007 veröffentlichten Single „The Plague“ gibt die Band vorab Einblicke in die Qualitäten des kommenden Debütalbums: Sheephead zeigen sich reifer und aggressiver denn je. Man hat sich abgesetzt vom ausgelutschten „Metalcore“-Klang des letzten Albums und ist eigenständiger denn je. Den besonderen Reiz des Albums macht aus die gekonnte Vereinigung von Melodie – gepaart mit einprägsamen „Hooklines“ –, kompromissloser Härte und Geschwindigkeit.

Angesichts des Alters der Band ist es fast ein bisschen unglaubwürdig, dass der Fünfling die gleiche Qualität auch Live bringt. Doch der Schein trügt. Jeder beherrscht sein Instrument perfekt und zeigt dies mit charakteristischer Virtuosität. Dazu kommt eine unverkennbare Wärme auf den Konzerten, die nicht nur durch das schweißtreibende Tempo der Songs ausgelöst wird. Wenn Sänger Benjamin Lipp zu sprechen beginnt, scheint die Entfernung zum Publikum auf ein Minimales zu schrumpfen und jeder scheint eingeladen zu sein, am Erlebnis „Sheephead“ teilzuhaben. Die bereits viel gelobte Band will mit ihrem ersten Album auch den letzten verbliebenen Kritiker verstummen lassen, einen großen Schritt nach vorne machen und das stille „Versprechen für die Zukunft“ (Powermetal) einlösen. „Es ist nur eine Frage der Zeit, bis sich Sheephead ihren Siegeszug durch die Konzerthallen Europas bahnen werden“ (The Pit).

Mit freundlicher Genehmigung von Helion - Quelle Text:
http://www.helion-festival.de/cms/index.php?option=com_content&task=view&id=13&Itemid=14
 
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